Leistenbruchbehandlung
Im Hernienzentrum Dr. Muschaweck München verwenden wir seit mehr als 16 Jahren das bewährte Shouldice Verfahren. Darüber hinaus führten wir eine Vielzahl neuartiger und erprobter Operationsmethoden ein. Dadurch wurde es ermöglicht, jeden Patienten individuell zu behandeln und das neue Konzept der „Tailored Surgery” zu entwickeln: Jeder Patient bekommt sein jeweils maßgeschneidertes Operationsverfahren.
In Abhängigkeit von den individuellen Anforderungen des Patienten, nämlich: Alter, Beruf, allgemeiner Gesundheitszustand, körperlicher Belastung sowie Größe und Schwere des Befundes, wird die Operationstechnik sorgfältig aus den folgenden Verfahren ausgewählt.
Netzfreie Verfahren
1. Minimal Repair (Muschaweck Repair)
Dieses Verfahren verwenden wir mittlerweile bei über 70% aller unserer Patienten. Es wurde basierend auf der Erfahrung von über 12.000 erfolgreichen Leistenbruchoperationen von Frau Dr. Ulrike Muschaweck eigenständig entwickelt.
Das Minimal Repair Verfahren ist insbesondere für professionelle Sportler mit einer sog. Sportlerhernie (lat.: Pubalgia) oder für Patienten mit einem kleinen Defekt oder Bruch entwickelt worden. Das Besondere daran ist, dass nur der Bereich des Defektes eröffnet und das umliegende Gewebe intakt belassen wird. Aufgrund dieses besonders schonenden Operationsverfahrens, haben die Patienten deutlich weniger Schmerzen, können sofort mit leichtem Sport und nach 2 Tagen bereits mit verstärktem Training (z.B. Fussball) beginnen.
Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Bruches (lat.: Rezidiv) liegt beim Minimal Repair Verfahren unter 0,2%.
2. Shouldice Verfahren
Dieses Verfahren wird auch als Gold-Standard in der Leistenbruchchirurgie bezeichnet. Das Besondere daran ist die elastische Doppelung der einzelnen Bauchdeckenschichten im Leistenbereich durch eine spezielle Nahttechnik. Damit bleibt die Verschieblichkeit der einzelnen Muskelschichten untereinander vollständig erhalten. Körperliche Schonung ist nur an den ersten 2 Tagen nach der Operation notwendig, die Arbeit/berufliche Tätigkeit kann jedoch schon am Tag nach der Operation wieder aufgenommen werden.
Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist die sehr geringe Wahrscheinlichkeit eines Rezidives von weniger als 0,2%. Das netzfreie Shouldice Verfahren wird besonders bei Patienten verwendet, die einen großen Bruch, jedoch stabile Bindegewebs- und Muskelschichten aufweisen.
Netzverfahren
3. Lichtenstein Verfahren
Beim Lichtenstein Verfahren wird der Defekt in der Leistenregion mit einer einzelnen Nahttechnik kombiniert mit der Implantation eines Kunststoffnetzes behoben. Hierbei wird ein quadratisches Netz mit der obersten Muskelschicht vernäht. Das Lichtenstein Verfahren wird hauptsächlich für ältere Patienten verwendet, jedoch nur, wenn die Bauchdecke keine ausreichende Stabilität für eine primäre chirurgische Naht bietet.
4. Mesh-Plug Verfahren
Seit 1995 verwenden wir auch die Mesh-Plug Technik. Ein Netz in Form eines Schirmchens (engl.: Mesh Umbrella) wird mit dem Defekt vernäht, um diesen spannungsfrei zu schließen.
Diese Technik wird vorwiegend bei Patienten verwendet, bei denen die Stabilität der Bauchdecke aufgrund des Alters, vermehrtem Fettgewebe oder mehrfachen Voroperationen im Bereich des Unterbauches deutlich nachgelassen hat.
Genauso wie beim „Minimal Repair Technik”- und beim Shouldice Verfahren ist körperliche Schonung nach der Operation nicht notwendig.
5. TIPP Verfahren
Dieses Verfahren basiert auf dem Operationsverfahren nach Dr. Rives. Hierbei wird ein großes Netz unterhalb der Bauchdeckenfaszien zwischen der Bauchdecke und dem Bauchfell platziert. Dieses Verfahren ist für diejenigen Patienten optimal, welche über eine instabile, schlaffe Hinterwand in der Leistenregion verfügen, jedoch ansonsten straffes und stabiles umliegendes Gewebe aufweisen.
An die von uns verwendeten Implantate und Nahtmaterialien stellen wir höchste Ansprüche hinsichtlich Fertigungsqualität und Verträglichkeit. Aus der Vielzahl an Lieferanten haben wir die Firmen Braun-Aesculap und Johnson & Johnson/Ethicon ausgewählt.
Wir lehnen die Durchführung von laparoskopischen / endoskopischen Verfahren aufgrund der spezifischen Nachteile der Vollnarkose, der obligatorischen Verwendung von sehr großen Netzen und einer hohen Anzahl von ernsthaften/schwerwiegenden intra- und postoperativen Komplikationen bei der Erstversorgung ab.
