• Dr.med. Ulrike Muschaweck

    UM Hernienspezialistin

Sportlerleiste – eine häufige Sportlerverletzung

Eine Sportlerleiste oder auch „weiche Leiste“ ist eine besondere Form einer typischen Leistenverletzung, die vor allem bei Hochleistungssportlern auftritt durch extreme Beanspruchung der Leiste, z.B. beim Fußball abrupte Bewegungen wie Kicken des Balles, Pressschläge etc.  Die weiche Leiste ist noch kein Leistenbruch, d.h., es ist noch zu keinem Durchtritt von Darmschlingen durch eine vorgegebene Öffnung in der Bauchdecke gekommen.

Was genau ist eine Sportlerleiste?

Bei einer Sportlerleiste handelt es sich um eine Vorwölbung („Bulge“) im Bereich der Leistenkanalhinterwand, die durch eine umschriebene Schwäche der Transversalisfaszie, also der Leistenkanalhinterwand, in diesem Bereich entsteht. Dabei wird diese Vorwölbung beim Anspannen der Bauchdecke, wie z.B. Pressen,  Husten, Niesen in die umschriebene Schwäche der Leistenkanalhinterwand hineingedrückt und führt dadurch zu einer Kompression der in diesem Bereich verlaufenden Nerven, dem R. genitalis des N. genito-femoralis. Hierzu kommt es vorwiegend bei Hochleistungs-Sportlern, die sich durch Überbeanspruchung der Bauchdecke eine Schwäche/Riss  zuziehen.  Dadurch kommt es zu einem plötzlichen, manchmal auch zu einem langsam  beginnenden, teils heftigen  Schmerz.

Der durch diese Nervirritation entstandene Schmerz ist ein typischer Kompressionschmerz des Nerven und erzeugt die hierfür typischen, fast immer auftretenden  ziehenden, brennenden und Richtung Oberschenkelinnenseite, Hodensackaußenseite und teils auch zum Rücken hin ausstrahlenden Schmerzen. Gleichzeitig kann der Schmerz zum Schambein ziehen. Die Ursache hierfür ist, das aufgrund des erweiterten Leistenkanales bei der Sportlerleiste die gerade Bauchmuskulatur in ihrem Ansatz sich nach seitlich verzieht und hierdurch eine verstärkte Spannung/Zug am Schambein erzeugt. Dieses Symptom ist auch als Osteitis pubis/ Pubalgia bekannt.

Die gelbe Linie ist der schmerzverursachende Nerv (Ramus genitalis).
Die vorgewölbte Struktur ist der sog. „Bulge“.

Der schwarze Pfeil zeigt den zur Mitte hin (nach medial) verzogenen geraden Bauchmuskel ( M. rectus abdominis),  Ursache der Osteitis pubis (Pubalgia).

 

Bewertungen von Hernienspezialistin Dr. Ulrike Muschaweck

Bewertung Leistenbruch Expertin Frau Muschaweck
Bewertung Leistenbruch Expertin Frau Muschaweck

Wie kann eine Sportlerleiste diagnostiziert werden?

Die eindeutige Diagnostik ist durch eine exakte Untersuchung eines erfahrenen Arztes, jedoch bei kleinen Defekten/Rissen manchmal nur durch einen Experten möglich. Die endgültige Klarstellung bringt eindeutig die dynamische Ultraschall Untersuchung. Eine MRT Untersuchung bringt hier keine Klärung, zumal diese Untersuchung im Liegen durchgeführt wird und dabei vor allem die kleinen Defekte nicht zu sehen sind.

Gerade bei Hochleistungssportlern ist eine schnelle Diagnose zwingend notwendig, ebenso wie dann die schnellstmögliche Therapie, um keine Zeit zu verlieren. Bei klarer Diagnose und nur geringer Schmerzhaftigkeit kann bis zu 6 Wochen mit der Operation gewartet werden und die physiotherapeutische Behandlung versucht werden. Allerdings ist dann bei nicht erfolgter Besserung des Beschwerdebildes immer die Gefahr eines chronischen Leistenschmerzes gegeben und eine Operation unverzüglich notwendig.

Die körperliche Belastung ist sofort nach der Operation erlaubt, bereits nach 2 Tagen kann mit Joggen, nach 5-6- Tagen mit Sprinten und nach 8-10 Tagen mit dem Fußballtraining wieder begonnen werden.

Auch Heben von Lasten ist sofort nach der Operation erlaubt.

Wie kann die Sportlerleiste operiert werden?

Da die Sportlerleiste noch kein Leistenbruch ist, sollte sie auch nicht wie ein solcher operiert werden. Leider wird weltweit noch nicht diesem Prinzip gefolgt und eine Sportlerleiste weiterhin wie ein Leistenbruch („Sports hernia“) operiert.

Frau Dr. Muschaweck hat 2002 ein spezielles Verfahren für die Sportlerleiste entwickelt, das mittlerweile weltweit akzeptiert ist. Das Prinzip dieses Verfahrens ist, dass auf jeden Fall vermieden werden muss, gesundes Gewebe zu durchtrennen, sondern dass ausschließlich der umschriebene Defekt der Leistenkanalhinterwand „repariert“, d.h. mit einer speziellen Nahttechnik verstärkt wird. Dabei kann immer auf eine Netzeinlage verzichtet werden, was gerade für einen Hochleistungssportler extrem wichtig ist. Außerdem werden gesunde, intakte Faszienstrukturen nicht eröffnet. Dadurch ist der Schmerz nach der Operation nur gering. Ebenfalls wird die Spannung des geraden Bauchmuskels am Schambein reduziert und dadurch zusätzlich der Schambeinschmerz behoben.

Das von Frau Dr. Muschaweck entwickelte Operationsverfahren wurde erstmalig 2002 bei der 100-Jahre Feier von Real Madrid in Madrid veröffentlicht und wird „Minimal-Repair-Technik“, oder auch „Muschaweck-Repair“ genannt.

Dieses Verfahren wird in lokaler Anästhesie, also örtlicher Betäubung mit einem begleitenden  Dämmerschlaf durchgeführt. Der Patient kann bereits nach 2 Tagen mit dem körperlichen Training wieder beginnen. Nach insgesamt 14 Tagen ist die volle körperliche Belastung wieder gegeben.

Frau Dr. Muschaweck hält hierzu weltweit Vorträge vor Sportärzten, Vereinsärzten und Physiotherapeuten, z.B. auch in großen Fußballstadien, wie z.B. letztes Jahr im Camp Nou Stadion in Barcelona sowie im Fußballstadion in Bilbao. Im Juni 2018 findet erneut ein Kongress mit 3.500 Zuhörern im Camp Nou Stadion in Barcelona statt. Hierdurch kann die Operationstherapie der Sportlerleiste den internationalen Fußball-Vereinsärzten nahe gebracht werden, wovon die Spieler weltweit profitieren.

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